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Gitarre&Bass 05/2002

Glockenklang "Bass Art Classic" Bassvorstufe

Ein Klassiker ist der Bass Art Preamp gewiss, schliesslich gehörte er zur ersten Glockenklang-Generation, die man bezahlen konnte. In die neue "Classic"-Vorstufe sind nun viele Details integriert worden, die sich bei den nachfolgenden Glockenklang-Entwicklungen als sinnvoll und praktisch erwiesen haben.

Normalerweise deutet der Zusatz "Classic" ja eher auf eine Rückbesinnung zu ursprünglicher Schlichtheit hin – beim neuen Bass Art Preamp ist eher das Gegenteil der Fall, denn hier ist ja nun vieles neu hinzugekommen. Sogar wichtige Teile der Grundschaltung wurden überarbeitet, um dem High-End-Gerät auch künftig einen Platz in der absoluten Spitzenklasse zu sichern.

Wiedergabe-Verhalten

Seit ihrer Markteinführung sind Bass-Art-Preamp und –Topteil Referenzgeräte für eine weitestgehend unverfälschte und detailreiche Darstellung des Bass-Sounds. Die High-End-Idee ist der Studio- und HiFi-Technik entlehnt und soll – im Gegensatz zu vielen anderen Bassamps – keine Eigensounds produzieren, sondern das Klangverhalten des Instruments in unverfälschter Dynamik und filigranster Detailwürdigung übertragen. Während andere Glockenklang-Bassverstärker auf dieser hochwertigen Basis auch gewissen Sound-Vorlieben der Bassisten entsprechen, hält die Bass-Art-Serie das lupenreine High-End-Konzept hoch.

Ausgesprochen beeindruckend reproduziert der neue Bass Art Classic Preamp feinste Klangdetails, die über eine "normale" Bassanlage nicht wahrgenommen werden. Das hat nichts mit kalter Neutralität zu tun, wenn das hochwertige Aggregat auch recht schonungslos spieltechnische Schwächen offenlegt. Aber kühl und distanziert wirkt die Übertragung schon deshalb nicht, weil hier eben mehr Information als üblich rüberkommt, die einen vollendeten Basston mit Nuancenreichtum und Leben erfüllt. Bei einer Studio-Aufnahme oder über entsprechend hochwertige Bass-Lautsprecher zeigt der Bass Art eine bemerkenswerte Intimität und formuliert alle Klangdetails so sorgfältig aus, wie man es sonst nur beim Abhören mit Kopfhörer wahrnimmt.

In dieser Qualitätsstufe sind auch die Variationsmöglichkeiten des neu überarbeiteten Geräts angesiedelt, mit denen man Sounds nach eigenem Geschmack produzieren kann. Man darf mit den wirkungsstarken Klangreglern einen Bass-Sound durchaus auch radikal ummodellieren, ohne dass die detailfeine und impulsschnelle Art des Glockenklangs auf der Strecke bleibt. Mit wohldosierten Abdämpfungen erreicht man zwar eine gewisse Gutmütigkeit in der Frequenzwiedergabe, aber auch dann folgt der Preamp beeindruckend flink und impulstreu dem gespielten Ton, so dass man hier nur positive Beschreibungen wie "sattbassig", "fundamental mächtig", "kernig", "kristallklar" usw. für die Klangvarianten findet. Da elektronische Umschalter wegen der Klangbeeinträchtigung nicht ins Glockenklang-Konzept passen, wird man hier zugunsten der Klanggüte gerne die geringen Umschaltgeräusche der Goldkontakt-Schalter in Kauf nehmen.

Resümee

Der neue Bass-Art-Preamp sichert der Marke Glockenklang überzeugend die Spitzenposition in der High-End-Klasse. Mit sagenhafter Detailtiefe und begeisternder Impulstreue bringt dieses Aggregat feinste Klangdetails zu Gehör, wie man sie in dieser Intimität sonst praktisch nur bei der Kopfhörer-Wiedergabe wahrnehmen kann. Mit den hochwertigen Klangreglern lässt sich das explizite Übertragungsverhalten feinfühlig, aber auch durchaus extrem an den eigenen Klanggeschmack anpassen. Selbstverständlich ist es eine Geschmackssache, ob man von einem Bassverstärker eher ein klangliches Eigenleben oder eben erstklassige und unverfälschte Reproduktion des Instrumentenklangs erwartet. Im Nuancenreichtum und der Darstellung filigranster Klangzusammenhänge markiert der Bass Art Classic die absolute Spitzenklasse.

Dirk Groll

Mit freundlicher Genehmigung des MusikMedia-Verlages, Köln

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