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Gitarre&Bass 12/99

Soul Bassverstärker

Der neue Glockenklang-Amp präsentiert sich ausgesprochen kompakt: Ehrliche 440 Watt Ausgangsleistung auf 2 Höheneinheiten komprimiert. Dazu ein schöner Name und - natürlich - der gewohnt hohe Qualitätsanspruch der Marke. Das Soul-Topteil ist von vielen anspruchsvollen Bassisten heiß erwartet worden.

Der Name Soul darf als Programm aufgefaßt werden, denn behutsam und sachte wandelt sich auch bei Glockenklang das Klangideal. Ein wenig ab von der kompromißlosen HiFi-Philosophie der frühen Jahre, hat man längst erkannt, daß für eine Übertragung maximaler Güte nicht nur Unverfälschtheit und detailscharfe Originaltreuezählen, sondern auch gewisse Aspekte der Klangschönheit eine Rolle spielen, "Sound" und "Seele" gefragt sind. Schließlich ist ein Instrumentenverstärker mehr als eine reine Wiedergabeanlage, zugleich nämlich auch ein Instrument zur Klangschöpfung.

Wiedergabeverhalten

Klar, sauber, detailliert und kraftvoll präsentiert der Soul-Verstärker den Bass-Sound, und im direkten Vergleich mit anderen Amps wird schnell deutlich, woher die Marke Glockenklang ihren Spitzenruf bezieht. Vor allem die Impulstreue und Schnelligkeit der Soul-Endstufe beeindruckt, da wirkt manch anderes Aggregat, obwohl eigentlich im Sound immer als gut empfunden, eher verhangen und lasch. Die Klangübertragung durch den Soul erscheint näher, intimer, lebendiger und detailfeiner als man es gemeinhin gewöhnt ist.
Hochwertige Wiedergabe nach HiFi-Kriterien muß nicht gnadenlos sein, schon gar nicht hell und dünn rüberkommen. Das mögen Tricks sein, um filigrane Details und Dynamik vorzutäuschen, aber wirklich überzeugend wirkt so etwas wohl kaum, gerade nicht für Bass. Beim neuen Glockenklang-Amp hat man vielmehr den Eindruck, daß die hohe Wiedergabequalität gerade einen satteren Sound bringt, wobei dies keinesfalls zu Lasten der Transparenz und der Feinheiten geht. Günstige Auflösung und Abbildungsschärfe bleiben hier erhalten, weil das gesättigte Tonfundament mit sehr präzisen Konturen, straff und impulsgenau dargeboten wird.
Die Abstimmung der Klangregler darf als nahezu optimal eingestuft werden - bei übersichtlicher Bedienung lassen sich hier feinfühlig die wichtigen Frequenzbereiche umgewichten, ohne daß die Offenheit und Natürlichkeit des Instrumentencharakters geopfert wird. Andererseits lassen sich bei beherzteren Einstellungen auch überzeugende, extreme Sounds erzeugen; die Aufteilung der Regelwege macht die Einstellungen gut kalkulierbar, die Frequenzbereichsauswahl ist geschmackvoll und praxisgerecht gelungen. Verbessern für die Benutzer "highendiger" Bässe mit umfangreicher Brillanzabbildung ließe sich der Soul-Klangregelteil noch durch einen weiteren Höhenregler, der nur die obersten, metallischen Brillanzspitzen erfaßt. Aber das ist kein Mangel beim Soul-Top, sondern wie gesagt als Anregung und Erweiterungsmöglichkeit für spezielle Aufgabenstellungen zu verstehen. Aus der übersichtlichen Fünfknopf-Anordnung holt Glockenklang hier das Beste heraus.
Sogar im leistungsmäßigen Grenzbereich glänzt der Soul-Verstärker mit klanglichen Spitzenqualitäten. Bei einsetzender Endstufenverzerrung verhält sich der 440-Watt-Amp gutmütig und harmonisch, die musikalischen Verzerrungsprodukte erinnern gar an das Verhalten eines Röhren-Poweramps. Sogar bei brutalster Übersteuerung erzeugt die Endstufe noch einen feinkörnigen Distortionsound, der bei heißen Live-Einsätzen keinesfalls die Darbietung stört, sondern vielmehr bereichert!
Das lebendige, fundamentstarke und detailfeine Wiedergabeverhalten des Soul-Bassamps begeistert, zumal das Klangverhalten auch im leistungsmäßigen Grenzbereich musikalisch und gutmütig ausfällt. Ohne jede Frage ist Glockenklang mit dem bestens ausgestatteten und verarbeiteten Soul-Bassamp mal wieder ein hervorragendes, sorgfältig abgestimmtes Musikwerkzeug gelungen, welches einen Platz in der absoluten Spitzenklasse verdient. In Anbetracht seiner Qualitäten erscheint der Preis für das Soul-Topteil übrigens ausgesprochen attraktiv, so daß dieser tolle Amp das Zeug zum Bestseller hat.

Dirk Groll

Mit freundlicher Genehmigung des MusikMedia-Verlages, Köln

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