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Ein Traum wurde wahr

GLOCKENKLANG HEART-CORE

Viereinhalb Jahre ist es her, daß Glockenklang mit der Bugatti-Baßanlage die Lehre vom reinen, originalgetreu übertragenen Baßsound in die Wirklichkeit umsetzte. Nun überzeugte diese Idee, den Klang des Instrumentes authentisch und rauschfrei zu übertragen, durchaus nicht alle Bassisten. Sehr viele mögen den rauchigen, knurrenden und fetten Mittensound, der die Spezialität vieler Röhrenamps ist, woraus sie den Schluß zogen, daß ein Transistorverstärker niemals einen solchen Klang herüberbringen kann. Ein Irrtum; der neue Heart-Core Vollverstärker beweist genau das Gegenteil. Auch bei ihm baut Glockenklang nach wie vor nicht auf Röhren, sondern präsentiert erneut einen Amp, der voll auf Transistortechnik basiert. Diese ist von solch hochwertiger Qualität, daß die Mittenanteile exakt so wiedergegeben werden, wie sie vom E-Baß erzeugt werden, für Precision- und JazzBaß-Liebhaber also knurrig und rauchig, für Freunde des HiFi-ähnlichen Baßsounds druckvoll und klar, vorausgesetzt ihr Instrument hat den entsprechenden Klangcharakter, denn dieser kann vom neuen Heart-Core-Topteil mit einer Leistung von 400 Watt uneingeschränkt übertragen werden.

Konstruktion und Verarbeitung

Im Vergleich zum Bass-Art-Verstärker ist der Heart-Core um eine Höheneinheit kleiner geraten. Nach Glockenklang-Manier wurde der Amp in Sachen Klangregelmöglichkeiten recht unkompliziert aufgebaut, immer nach der Devise: lieber wenige, aber hochwertige Bauteile. Er wiegt erstaunlich wenig, obwohl ein fetter Ringkerntrafo den Schwerpunkt auf der rechten Seite des Gerätes bildet. Die Elektronik befindet sich in einem stabilen Stahlblechgehäuse, dennoch empfiehlt sich ein Rack als idealer Transportschutz.

Vorstufe

Besonders viele Regler oder Schalter findet man hier zur Soundeinstellung nicht vor. Ziel ist es, in erster Linie den Sound zu verstärken, der der Soundcharakteristik des angeschlossenen Basses entspricht, wobei der Heart-Core so ausgelegt wurde, insbesondere die knurrige Rauchigkeit als Schwerpunkt weiterzugeben, die von vielen Bassisten gewünscht wird.
Erstmals bei einem Glockenklang-Verstärker vermißt man den Kabeltreiber, der bei der Übertragung entstehende Verluste ausgleicht. Bei diesem Amp sind zwei normale Klinkenbuchsen vorhanden: Input A für passive Bässe, Input B für aktive Bässe. Es besteht die Möglichkeit, gleichzeitig zwei Instrumente anzuschließen und mittels A/B-Schalter von einem Eingang zum anderen Eingang umzuschalten. Nach wie vor ist der Peak-Regler vorhanden, der die Eingangssättigung einstellt. Das rote Peak-LED sollte lediglich bei Lautstärkespitzen aufleuchten, damit sich der Sound nicht schon am Eingang der Vorstufe verzerrt. Zum Eingangsbereich gehört noch der Tune-Schalter, gekennzeichnet mit rotem LED, der die Vorstufe stummgeschaltet. D.h. man kann ihn sehr gut auch als Stand-by- Schalter einsetzen, was sich bei Spielpausen empfiehlt. Die Tuner-Send-Buchse auf der Rückseite ist stets aktiviert, auch bei nicht gedrücktem Time-Schalter. Nach Glockenklang-Manier ist die Klangsektion komplett abschaltbar. Ein grünes LED leuchtet auf, sobald die Klangregelung eingeschaltet wird. Sie setzt sich aus einem Baßregler (+/- 15 dB), einem Low-Mid-Regler (+/- 12 dB), einem Mid-Regler (+/-8 dB), einem High-Mid-Regler (+/- 15 d13) und einem Höhenregler (+/- 15 dB) zusammen. Der Lautstärkeregler bestimmt die Endlautstärke des 400-Watt-Topteiles. Außerdem sind noch zwei weitere Schalter auf der Frontplatte zu sehen. Einmal der mit gelbem LED gekoppelte Effekt-Loopschalter, mit dem man ein angeschlossenes Effektgerät in den Sound einbringen kann, was durch Aufleuchten des gelben LED angezeigt wird. Bei Betätigung des Power-Schalters bestätigt der Amp mit einer grünen LED-Anzeige die Betriebsbereitschaft des Verstärkers. Mit demselben Protect-LED signalisiert er eine Überlastung der Endstufe bzw. daß er sich zum Schutz vor einer Überhitzung kurzfristig abgeschaltet hat.
Rückseite: Hier sind neben zwei XLR- Lautsprecherausgängen zwei Fußschalterbuchsen zur Steuerung des Tune/Stand-by-Schalters sowie des Effekteinschleifens vorhanden. Der Effekteinschleifweg ist mit Send- und Return- Buchsen bestückt, außerdem ist eine Preamp- Out-Buchse zum Anschluß einer weiteren Endstufe angebracht. Über die Power-Amp in kann man eine weitere Vorstufe direkt in die Endstufe einspeisen. Mittels zweier DI-Outs mit zwei Schaltern wird das Signal wahlweise entweder nach dem Effekteinschleifweg oder vor dem Equalizer abgenommen. Außerdem wird noch ein Serien-Insert mit Send- und Return-Buchse geboten und natürlich die Tuner- Send-Buchse.

Sound

Kaum zu glauben, daß ich es hier mit einem Transistorverstärker zu tun habe. Ich testete den Amp versuchsweise mit einem alten Fender-Baß an. In dieser Kombination drückt und knurrt der Verstärker nach bester Röhrenart los. Aber es gibt doch Unterschiede. Und zwar erzeugt der Heart- Core-Amp in den Tiefen und Höhen ein klareres Signal als jeglicher noch so losknurrende Röhrenamp. D.h. der Druckund Knurranteil alter Precision-Bässe wird mit einer Klarheit übertragen, wie ich sie bis dato noch nicht gehört habe.
Bassisten, die sich nicht entscheiden können, ob sie nun die Klarheit und Sattheit eines Transistorverstärkers der Lebendigkeit eines Röhrenveistärkers vorziehen sollten, kann ich nur raten, den Heart-Core-Amp auszuprobieren, denn er verkörpert klanglich eine Verbindung aus Röhren- und Transistorverstärkern. Glockenklang ist es damit gelungen, etwas bisher noch nicht dagewesenes zu entwickeln.

Übersicht

Übersicht

Herkunftsland

Deutschland

Bauweise

Transistorverstärker,
19"/3 HE Leistung-. 400 Watt RMS an 4 Ohm

Eingänge

Passiv Input A,
Aktiv Input B,
Powerarnp In

Ausgänge

1 Kopfhörer,
2 Speaker Out XLR,
1 symmetrischer DI Out
1 Tune Out
1 Preamp Out

Sonstige Anschlüsse

Effekteinschleifweg mit Send/Return,
Serien-Insert mit Send/Return,
2 Fußschalter - Tune, - Loop, Schalter
1 Post Loop Groundlift,
1 Pre EQ Lift,
1 Eingangsanhebungsschalter,
1 Klangregelung On/Off,
1 Effectloop On/Off,

Lautstärkeregler

1 Gain,
1 Volume

Klangregelung

1 Baß +/- 15 dB,
1 Low Mid 12 dB,
1 Mid +/- 8 dB,
1 High Mid +/- 15 dB,
1 Treble 15 dB

Horst Stachelhaus

Mit freundlicher Genehmigung des Nitschke Verlags GmbH, Euskirchen

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